Nachhaltigkeit startet bei den Minis

Faire KITA @ Rhein.Main.Fair

Vertreter von 16 verschiedenen Kitas besuchten die Auftaktveranstaltung am Samstag. In Workshops werden viele Ideen zur Umsetzuzng des Projekts vermittelt. Foto: Oliver Becht

FAIRE KITA Initiative Rhein.Main.Fair mit neuem Projekt

HOFHEIM – Seit rund drei Jahren versucht die Initiative Rhein.Main.Fair mittlerweile, die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main in eine von TransFair ausgezeichnete „faire Region“ umzuwandeln. Seit Sonntag läuft ein weiteres Projekt, das bei der Umsetzung dieses Ziels eine wichtige Rolle spielen dürfte: Bei einer Informationsveranstaltung im katholischen Bezirksbüro wurde das aus Nordrhein-Westfalen stammende Projekt „FaireKITA“ eingeläutet. Ab sofort läuft im kompletten Rhein-Main-Gebiet die Testphase.

Nachhaltige Haltung

Jasmin Geisler war bei den Anfängen des Projekts entscheidend beteiligt und ist heute Bundeskoordinatorin. „Ziel des Ganzen ist es, das Konzept nachhaltigen Lebens in der Gesellschaft zu verankern“, erklärt sie. Im Fokus stehen dabei die ganz Kleinen: In teilnehmenden Kindertagesstätten soll nicht nur der Alltag nachhaltiger gestaltet, sondern auch Wissen über globale Prozesse und Zusammenhänge vermittelt werden. „Es geht darum, eine Haltung zu implementieren“, sagt Geisler.

Die Bundeskoordinatorin war dabei, als das Konzept 2013 vom Netzwerk „Faire Metropole Ruhr“ ins Leben gerufen worden war. Das Rhein-Main-Gebiet ist nach Baden-Württemberg und dem Saarland nun die vierte Region, die an dem Projekt teilnimmt.

 Verschiedene Punkte müssen erfüllt werden, um die für drei Jahre gültige Zertifizierung zu erhalten. Nach Einreichung eines unterschriebenen Beschlusses, die Vorgaben umsetzen zu wollen, wird ein sogenanntes „Faires Team“ gebildet. Diese Projektleitung, bestehend aus Erziehern und Eltern, behält die Umsetzung der geforderten Maßnahmen im Auge. Diese gliedern sich wiederum in drei Punkte: Die Kita muss langfristig mindestens zwei fair gehandelte Produkte verwenden, die Vorschulkinder durch Bildungsangebote für das Themenfeld des fairen Handels sensibilisieren und mindestens zwei der umgesetzten Aktivitäten medial vermarkten. Sind alle Punkte erfüllt, kann beim Träger des lokalen Projekts (im Rhein-Main-Gebiet also Rhein.Main. Fair) eine Bewerbung eingereicht werden. Nach der entsprechenden Prüfung wird schließlich das Zertifikat ausgestellt.

Alle sind ausgezeichnet

„Und bisher konnten wir jede Kita, die sich beworben hat, auch auszeichnen“; sagt Jasmin Geisler. Das waren bislang 143, weitere 150 befinden sich im Prozess.

Die Kitas erhalten bei all dem viel Unterstützung. Gerade bei der Umsetzung der Bildungsangebote, laut Geislers Assistentin Judith Altenbockum das „Herz des Projekts“, können verschiedenste Angebote in Anspruch genommen werden. Erzieher können Fortbildungen besuchen, sich bei einem jährlichen Treffen mit anderen Teilnehmern austauschen oder einen sechsmal im Jahr erscheinenden Infobrief abonnieren. Zudem besteht die Möglichkeit, sogenannte „Multiplikatoren“ einzusetzen – ausgebildete Fachkräfte, meist Studenten, die Bildungseinheiten und Elternabende unterstützen können. Ab November sollen solche Helfer auch im Rhein-Main-Gebiet ausgebildet werden. Auch von außerhalb der durch Träger abgedeckten Regionen gehen mittlerweile Anfragen ein: Durch interessierte Kitas in Korea, Japan, Namibia und Jamaika bekommt die „FaireKITA“ eine internationale Dimension. „Es wird wahrgenommen, welch tolle Bewegung hier entsteht“, sagt Geisler. Und der Main-Taunus ist ab sofort Teil davon.

Rhein.Main.Fair hat ein hehres Ziel: Sind 90 Prozent aller Kitas zertifiziert worden, kann auch der Träger für seine Arbeit ausgezeichnet werden. Bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Artikel von Oliver Becht

Quelle: http://www.hofheimer-zeitung.de/nachrichten/hofheim/nachhaltigkeit-startet-bei-den-minis_18837299.htm#

 

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