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Fußball, Rosen und Finanzprodukte

Rhein-Main will dritte Fairtrade-Metropolregion werden / 51 Städte und drei Kreise tragen das Siegel schon

mch. RHEIN-MAIN. Es geht längst um mehr als nur um Kaffee. Dass es den fair gehandelt gibt oder, andersherum betrachtet, der herkömmliche Handelsweg die Produzenten der Kaffeebohnen fast leer ausgehen lässt, ist seit Jahrzehnten bekannt. Das hat CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller erst am Ostersonntag bekräftigt, als er forderte, die Steuer für fair gehandelten Kaffee auszusetzen. Damit nur noch der, den man ohne Kinderarbeit und Raubbau an der Natur produziere, gekauft werde. Derzeit macht, so Müller, der fair gehandelte Kaffee nur 15 Prozent des Verbrauchs in Deutschland aus.

Aber anders als in den siebziger Jahren, als auf Initiativen der Kirchen die damals ersten Dritte-Welt-Läden mit dem alternativ vertriebenen Kaffee im Angebot entstanden, gibt es mittlerweile mehr Produkte, die mit verschiedenen Siegeln als fair gehandelt zertifiziert werden und in Supermärkten und bei traditionellen Handelsketten zu kaufen sind: von Rosen über Schoko-Ostereier bis zum Fußball, der sonst nicht selten von Kinderhand zusammengenäht wird.

Dass es sinnvoll ist und dem Image nicht schadet, Initiativen dieser Art zu unterstützen, davon sind viele Städte und Kreise überzeugt. Sie bewerben sich seit Jahren darum, als Fairtrade-Städte anerkannt zu werden. Wie etwa die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt, die unter der Überschrift „Öko und fair – Shoppen in Mainz“ eine Broschüre aufgelegt hat, die Händler auflistet, die Produkte dieser Art anbieten. Aschaffenburg hat einen solchen Einkaufs-Ratgeber Ende 2014 aufgelegt. Darin wird der Eine-Welt-Laden aufgeführt, der einen fair gehandelten Fußball vertreibt. Zum Stolz von Bürgermeister Jürgen Herzing (SPD) hat er sogar die Lizenz, um bei Bundesliga-Spielen eingesetzt werden zu können.

531 Fairtrade-Städte soll es mittlerweile in Deutschland geben. Im Gebiet der länderübergreifenden Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main tragen 51 Städte, darunter die großen kreisfreien wie Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Aschaffenburg und Mainz, sowie drei Kreise das Siegel. Weitere Kommunen bemühen sich um die Anerkennung. Es heißt, die Kreise Main-Taunus und Offenbach überlegten mitzumachen.

Die große Zahl der engagierten Kommunen hat im Sommer 2015 dazu geführt, dass sich die Aktivisten erstmals regionalweit trafen. Seitdem ist das Ziel der Initiative „Rhein.Main.Fair“, die Region zur bundesweit dritten fairen Metropolregion zu machen. Das Ruhrgebiet trägt die Auszeichnung schon seit 2013, Nürnberg seit Februar 2017.

Um das Ziel zu erreichen, müssten zwei Drittel der Rhein-Main-Bewohner in einer Fairtrade-Kommune leben. Derzeit sind es erst rund 60 Prozent. Die SPD-Politikerin Gisela Stang, Hofheimer Bürgermeisterin und Sprecherin der Rhein-Main-Initiative, ist zuversichtlich, bald die 67 Prozent zu erreichen. Sie findet, dass es der Region gut zu Gesicht stünde, als „internationalste und am besten vernetzte Region in Deutschland“ bei diesem Thema vorn zu liegen. Angesichts der vielen Initiativen in den Städten und Kreisen sei der Austausch, das Voneinander-Lernen sinnvoll. Zumal sich die Rhein-Main-Region damit „einmal für etwas einsetzt und nicht immer nur gegen etwas“, sagt Stang (siehe Interview).

Bei einem der ersten Treffen der Rhein-Main-Initiative stand im Vordergrund, dass die Kommunen auch selbst Auftraggeber und Käufer von Waren sind. Das fange beim Kaffee für die Sitzungen im Rathaus an und höre noch lange nicht beim obligatorischen Blumenstrauß für den Jubilar auf, sagt Stang. Über welche Summen in den einzelnen Städten oder gar in der Region beim Thema Beschaffung die Rede ist, hat die Initiative „Rhein.Main.Fair“ noch nicht ermittelt.

Die Stadt Frankfurt, schon seit 2011 Fairtrade-Stadt, kann nicht benennen, wie hoch das Volumen der Aufträge ist, das sie jährlich vergibt und wo es sinnvoll sein könnte, auf fair, aber auch auf regional hergestellte Produkte umzusatteln. Grünen-Stadtrat Stefan Majer, dem seit Herbst vergangenen Jahres die neue „Koordinierungsstelle Fairtrade“ untersteht, hat gerade begonnen, zusammen mit Vertretern der Kämmerei Gespräche mit den einzelnen Ämtern zu führen. Als ersten Schritt hat Frankfurt auf Drängen Majers beschlossen, die Anlagestrategie für die zusätzliche Altersvorsorge der städtischen Mitarbeiter zu ändern und nachhaltig zu investieren. Es handelt sich Majer zufolge um einen Betrag von 70 Millionen Euro jährlich. Die Stadt erwerbe nur noch Finanzprodukte, deren Gelder nicht in Kinderarbeit und nicht in klimaschädliche Produktionen flössen. „Und die gibt es“, sagt Majer, „nicht nur als Nischenprodukte.“ Er ist überzeugt, dass sich die Region zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg macht. Beim fairen Handeln „tut sich weltweit unglaublich viel“, so Majer, „da können dann bald andere Städte und Regionen von uns lernen.“


Im Gespräch: Gisela Stang (SPD), Bürgermeisterin von Hofheim und Sprecherin der Initiative „Rhein.Main.Fair“

„Bio, regional und fair – das sollten die Kriterien sein“

Das Rhein-Main-Gebiet will zur bundesweit dritten „fairen Metropolregion“ werden. Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang erklärt, warum Bürger und Kommunen ihre Einkaufsmacht nicht unterschätzen sollten.

Das Rhein-Main-Gebiet soll zur fairen Metropolregion werden. Warum?

Weil es die internationalste, am besten vernetzte und zentralste Region in der Bundesrepublik ist und wir bereits viele tolle Initiativen zum Thema faires, nachhaltiges Handeln von Städten und Kreisen haben. Wenn wir uns dieser Initiativen bewusst werden, sie miteinander verbinden, dann bringt das einen richtig guten Schub für die Region, die bisher von außen nur als bedeutender Finanzplatz, als Standort für den größten deutschen Flughafen wahrgenommen wird. Vor allem ist es eine wichtige gemeinsame Initiative der Region, die sich nicht gegen etwas richtet, sondern sich für etwas einsetzt.

Wenn man Fairtrade hört, denkt jeder an Kaffee, an Eine-Welt-Läden, also eine Nische für Gutmenschen.

Nun, wenn man in einen Eine-Welt-Laden geht, sieht man, dass es dort mittlerweile viel mehr gibt als den fair gehandelten Kaffee. Niemand behauptet, allein durch das Trinken von fairem Kaffee die Welt verändern zu können. Wir wollen einen Denkanstoß geben, wo man einkaufen, wie man konsumieren und wie man die eigene Einkaufsmacht in dieser globalisierten Welt nutzen kann.

Die Initiative zu „Rhein.Main.Fair“ ist also vor allem ein fröhlicher Aufruf an alle Konsumenten?

Wenn wir viele mit der Initiative erreichen, wäre dies ein riesiger Erfolg. Dazu kommen alle möglichen Beschaffungen der Städte und Kreise, vom Kaffee über Ökostrom bis zu Pflastersteinen. Die Kommunen sind eine Einkaufsmacht. Wenn eine Stadt sagt „Wir wollen keine Produkte mehr aus ausbeuterischer Kinderarbeit“, dann müssen die Stadtverordneten darüber diskutieren, wie die Arbeitsbedingungen in Indien sind und wo stattdessen der Pflasterstein herkommen soll. Vielleicht entscheiden sie sich dann für ein anderes Material, von dem sie wissen, dass sie damit sicher keine Kinderarbeit unterstützen. Wenn man beginnt, sich über Herkunft und Herstellungsbedingungen zu informieren, merkt man schnell, wie sehr wir Teil der globalisierten Welt sind. Der Markt bestimmt – und wenn viele sich anschließen, können Sozialstandards umgesetzt werden.

Widerspricht die Initiative, fair gehandelte Produkte zu bevorzugen, nicht dem Gedanken, vor allem für die Produkte aus der Region werben zu wollen?

Überhaupt nicht. Wir sagen immer, die Produkte sollen biologisch, nachhaltig angebaut sein, aus der Region stammen und fair gehandelt werden, also bio, regional und fair sein. Es macht keinen Sinn, wenn wir das eine gegen das andere ausspielen.
Es geht um den bewussten Konsum. Und noch eins: Mit Blick auf die Metropolregion Rhein-Main ist auch wichtig, daran zu denken, dass wir in dieser polyzentrischen Region zwar viele Großstädte haben, aber auch viel ländlichen Raum. Wir haben beides und brauchen beides. Wir brauchen ein neues Bewusstsein für die heimischen Produkte in der Region. Im ländlichen Raum gibt es vieles, das es wert ist, dass wir es wahrnehmen und kaufen.

Der Regionalverband Frankfurt/Rhein- Main hat kürzlich beschlossen, Ihre Initiative zu unterstützen. Was bringt das?

BM Hofheim, Gisela Stang

Diese Entscheidung ist eine Wertschätzung für die Initiative, ein Netzwerk der Fairtrade-Städte und -Kreise aufzubauen. Vor gut zwei Jahren haben wir diesen Prozess gestartet. Es gibt in der gesamten Metropolregion, also auch mit den Kommunen in den angrenzenden Bundesländern, insgesamt 65 Fair-Trade-Kommunen, die es schon sind oder im Anerkennungsprozess stecken, darunter die Großstädte Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz und Wiesbaden sowie drei Kreise, nämlich Groß-Gerau, Rheingau-Taunus und Miltenberg. Wir sind optimistisch, im Laufe des Jahres 2018 die bundesweit dritte faire Metropolregion nach dem Ruhrgebiet und Nürnberg zu werden.

Wann kann Rhein-Main offiziell eine faire Metropolregion sein?

Die Vorgabe lautet, dass zwei Drittel der Einwohner der Metropolregion in einer anerkannten Fairtrade-Kommune – also Stadt oder Kreis – leben müssen. Derzeit leben in Rhein-Main 60 Prozent in einer solchen Kommune. Es fehlt also nur noch ein kleiner Sprung zu den erforderlichen 67 Prozent.

Und dann?

Schon in den nächsten Monaten wollen wir, die Städte und Kreise aus drei Bundesländern, also Hessen, Rheinland- Pfalz und Bayern, einen Verein gründen.

Warum einen Verein?

Wir wollen nicht in das Konzert der GmbHs und Co KGs aufgenommen werden, die ja die Region so gerne gründet, wo häufig schon der Mitgliedsbeitrag Hürden schafft. Wir wollen, dass sich alle einbringen können, ob Kirche, Privatperson, Gewerkschaft oder Kommune. Das ist das Neue an dieser Initiative, dass wir alles miteinander verbinden und so viele wie möglich mitnehmen wollen.

Kritiker monieren, durch die Initiativen werde das Fairtrade-Siegel in den Mittelpunkt gerückt, das aber gar nicht immer für faire Handelsbeziehungen stehe.

Transfair ist nur ein Siegel unter anderen, und es gibt da auch Schwierigkeiten und Diskussionen, wie fair Transfair ist. Das ist so. Ich lasse nur das Argument nicht gelten, weil manches nicht fair genug gehandelt wird, machen wir lieber gar nichts. Das Argument ist für mich nicht stichhaltig. Nichts zu machen, das geht gar nicht.

Die Fragen stellte Mechthild Harting.


Quelle: FAZ-online - FAZ-RMZ-03.04.2018

HESSISCHER STÄDTETAG – PRESSEINFORMATION 02/2018

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Presseinformation

Nr.: 02/2018

Datum: 09.02.2018

Auf dem Weg zur fairen Metropolregion

Noch ist die Metropolregion Rhein-Main keine „faire Metropolregion“, obwohl schon für 60 Prozent der Bevölkerung die jeweiligen Gebietskörperschaften als „faire Kommunen“ zertifiziert sind. Es fehlt nur noch ein kleiner Sprung zu 67 Prozent, wie die Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang, im Ehrenamt Sprecherin der Metropolinitiative Rhein-Main, erläuterte.

Um das Ziel „faire Metropolregion“ zu erreichen, trafen sich am 5.2.2018 die Sprecher des kommunalen Netzwerkes rhein.main.fair mit den Direktoren der kommunalen Spitzenverbände. Nie zuvor begegneten sich die sechs Direktoren von Städtetag, Städte- und Gemeindebund sowie Landkreistag aus Rheinland-Pfalz und Hessen zu einer gemeinsamen Arbeitssitzung.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen nur erreicht werden können, wenn möglichst viele Kommunen diese unterstützen. Ein Beitrag dazu ist das Engagement für fairen Handel, beispielsweise durch faire Beschaffung in der Kommunalverwaltung. Aus diesem Grund beschlossen die versammelten Vertreter der kommunalen Spitzenverbände in Hessen und Rheinland-Pfalz, die Initiative rhein.main.fair zu unterstützen und bei Städten, Landkreisen und Gemeinden für diese zu werben.

Die Initiative ist zugleich eine Werbung dafür, die Metropolregion Rhein-Main endlich mit Leben zu füllen. Denn anders als viele andere europäische Metropolregionen führt die Region Rhein-Main ein Schattendasein. Sie umfasst das Gebiet des Landkreises Alzey- Worms (Rheinland-Pfalz im Südwesten, Miltenberg (Bayern) im Südosten und Fulda im Nordwesten. Im Kern der Metropolregion liegen die „fairen Städte“ Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Darmstadt, Ingelheim, Mainz und Worms. Ein Zertifikat als „fair“ wäre ein durchaus guter Start die Millionenmetropole Rhein-Main aus ihrem bisherigen Schattendasein herauszuführen.

Zum Hintergrund:
Am 1. Januar 2017 trat die von 193 Staaten unterzeichnete UN-Agenda 2030 mit dem Titel „Transformation unserer Welt – Die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“ in Kraft. Mit der Agenda 2030 soll die längst überfällige Transformation der Volkswirtschaft in Richtung einer neuen Kultur der Nachhaltigkeit geschaffen werden. Zentrales Ziel der Agenda 2030 ist, die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten und so auch kommenden Generationen die Chance auf ein erfülltes Leben zu sichern. Sie ist getragen von dem Geist einer globalen Partnerschaft und dem Gedanken der gemeinsamen Verantwortung. Das Kernstück der Agenda 2030 bilden 17 – untereinander eng verknüpfte – globale nachhaltige Entwicklungsziele. Diese betreffen unter anderem die Themen: keine Armut, nachhaltige Städte und Gemeinden sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele werden durch die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategien der einzelnen Bundesländer weiter ausgeformt.

Das Netzwerk rhein.main.fair ist ein Zusammenschluss von bislang 43 Städten und Gemeinden, 3 Landkreisen und 5 kreisfreien Städten, die den Gedanken des fairen Handels stärken wollen. Das erste Ziel ist die Auszeichnung der Rhein-Main-Region als faire Metropolregion.
Die kommunalen Spitzenverbände vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber dem Bund und dem jeweiligen Bundesland. In ihnen sind alle Städte, Landkreise und Gemeinden aus Rheinland-Pfalz und Hessen organisiert. Die kommunalen Spitzenverbände sind: Der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, der Städtetag Rheinland-Pfalz, der Landkreistag Rheinland-Pfalz, der Hessische Städte- und Gemeindebund, der Hessische Landkreistag sowie der Hessische Städtetag.

 

Quelle: http://www.hess-staedtetag.de/aktuelles/pressemeldungen/

Wiesbaden – Fair Trade geht weiter

Von Kerstin Klamroth

Die Stadt erfüllt auch in diesem Jahr alle Kriterien der Kampagne des fairen Handels.

Wiesbaden erfüllt auch in diesem Jahr alle Kriterien der „Fairtrade-Towns-Kampagne“ und bleibt somit „Fairtrade-Stadt“. Mit Produkten wie Reis, Kaffee, Tee, Schokolade, Rosen oder Textilien aus „Fairtrade-Baumwolle“ unterstützt die Landeshauptstadt gemeinsam mit rund 500 Städten in Deutschland den fairen Handel.

„Im Jahr 2012 ist Wiesbaden erstmals ‚Fairtrade-Stadt‘ geworden. Seither konnten wir diese Auszeichnung beibehalten“, sagt Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) „Nicht nur öffentliche Einrichtungen sondern auch Wiesbadener Unternehmen, Einzelhändler, Vereine und Gastronomen engagieren sich gemeinsam mit uns für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in unserer Stadt.

Die Landeshauptstadt erfüllt nachweislich alle fünf Kriterien des gemeinnützigen Vereins TransFair. Bei öffentlichen Sitzungen wird beispielsweise fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Zudem koordiniert eine lokale Steuerungsgruppe die Aktivitäten. In Einzelhandelsgeschäften und in der Gastronomie werden Produkte aus fairem Handel angeboten. Wiesbaden ist eine von mehr als 2 000 „Fairtrade-Towns“ in insgesamt 30 Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon. Die Stadt unterstützt mit ihrem Engagement auch, dass das Rhein-Main-Gebiet zur „Fairtrade-Region“ wird. Derzeit leben rund 60 Prozent der Menschen in der Region in einer Stadt mit dem Siegel. Es fehlen noch mindestens sieben Prozent, damit sich die gesamte Metropolregion als „fair“ bezeichnen darf. kek

Quelle: http://www.fr.de/rhein-main/alle-gemeinden/wiesbaden/wiesbaden-fair-trade-geht-weiter-a-1407389

Die Rhein-Main-Region will fair werden

Das Rhein-Main-Gebiet soll eine „faire Metropolregion“ werden. Der Regionalverband will bei den Kommunen für die Idee des fairen Handelns werben.

Das Rhein-Main-Gebiet soll zu einer „fairen Metropolregion“ werden, wie es Nürnberg oder die Rhein-Neckar-Region bereits sind. „Wir können unsere Einkaufsmacht nutzen, den fairen Handel zu unterstützen, etwa wenn es um Kaffee, Orangensaft oder auch das Baumaterial bei öffentlichen Aufträgen geht“, sagt Klaus Schejna (SPD).

Der Bürgermeister der Gemeinde Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis) warb vor den Mitgliedern des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main dafür, sich für den fairen Handel stark zu machen. „Es sollte uns schließlich nicht egal sein, ob die Pflastersteine aus Indien und China von Kindern aus den Felsen herausgeschlagen werden oder nicht.“ Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen und das Signal zu senden, dass sich die Region auch um die „großen Themen“ wie die globale Gerechtigkeit kümmere.

Die Region könnte sich beim Verein Trans Fair um die Zertifizierung bewerben, wenn mindestens 67 Prozent der Menschen, die in einer der 75 Mitgliedskommunen des Regionalverbands leben, in einer Stadt mit dem FairTrade-Siegel zu Hause sind. Zurzeit sind es rund 60 Prozent. So haben beispielsweise Frankfurt, Offenbach, der Hochtaunuskreis und Neu-Isenburg die Fair Trade-Anerkennung erhalten, Hanau und Kelkheim am Taunus bewerben sich gerade darum.

Der Regionalverband will nun weitere Städte, Gemeinden und Landkreise dabei unterstützen, sich zu fairen Kommunen zu entwickeln.
Bürger finden Nachhaltigkeit wichtig

Das Engagement könnte zumindest bei den Bürgerinnen und Bürgern auf fruchtbaren Boden fallen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Kantar Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Jeder zweite Deutsche (57 Prozent) hat demnach nicht das Gefühl, dass sich die Politik der eigenen Stadt oder Gemeinde besonders für eine nachhaltige Entwicklung engagiert.

Dabei stufen 81 Prozent der Bürger Nachhaltigkeit als wichtig ein. 67 Prozent signalisieren eine große Bereitschaft, sich für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen.

Nachhaltigkeit bedeutet dabei für vier von fünf Bürgern, dass bei politischen Entscheidungen alle Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft sowie die Interessen der künftigen Generationen berücksichtigt werden.

Aus der repräsentativen Befragung können laut Bertelsmann Stiftung vier Handlungsempfehlungen für die Verantwortlichen in Städten und Gemeinden abgeleitet werden. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sollten sie die nachhaltige Entwicklung intensiver vorantreiben und Klimaschutz, Armutsbekämpfung und bezahlbarer Wohnraum stärker berücksichtigen.

Zudem sollte die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren, stärker genutzt und digitale Technologien für eine verbesserte Bürgerbeteiligung eingesetzt werden.

Peter Hanack -  http://www.fr.de/rhein-main/fair-handeln-in-hessen-die-rhein-main-region-will-fair-werden-a-1403790

Maintal – Stadt will fairen Handel fördern

Mitstreiter für Steuerungsgruppe gesucht. Erster Treffen soll im Januar stattfinden

Von Jochen Dietz

Maintal möchte sich als Fairtrade-Stadt bewerben und sucht noch engagierte Helferinnen und Helfer zur Mitarbeit. Wer sozial engagiert ist, sich für faire Arbeitsbedingungen und fair gehandelte Produkte einsetzen möchte, ist in eine Steuerungsgruppe eingeladen. Die ist Voraussetzung für die Bewerbung und soll Projekte und öffentlichkeitswirksame Aktionen rund um das Thema fairer und ökologischer Handel entwickeln und organisieren. Wer mitmachen möchte, wird gebeten, sich bis 15. Dezember per E-Mail an info@maintal.de oder telefonisch unter 0 61 81 / 40 04 17 zu melden. Das erste Treffen soll dann im Januar stattfinden.

Quelle: http://www.fr.de/rhein-main/alle-gemeinden/main-kinzig-kreis/maintal-stadt-will-fairen-handel-foerdern-a-1399462

 

Rhein.Main.Fair-Initiative

Antrittsbesuch bei Landrat Frank Kilian

(v.l.n.r.):
Fairtrade-Koordinator Hans Homberg, Sprecherin Gisela Stang, Landrat Frank Kilian, Fairtrade-Dezernentin Monika Merkert, Harald Rubel, Büro der Kreisorgane.

Bereits nach vierwöchiger Amtszeit empfing Landrat Kilian die beiden Sprecher der Rhein.Main.Fair-Initiative, Gisela Stang und Hans Homberg, zu einem Gespräch.

Der Rheingau-Taunus-Kreis war der erste „Fair“- Landkreis in Hessen. Doch darauf wolle man sich nicht ausruhen, sondern intensiv daran arbeiten, dass der Rheingau-Taunus-Kreis auch in Zukunft Vorreiter in Hessen bleibt. So haben bereits drei Schulen das Fairtrade-Siegel, weitere sollen folgen.

„Der Faire Handel ist die Rückkehr zum bewussten Konsum, woher kommt mein Essen, unter welchen Bedingungen ist meine Kleidung hergestellt – und damit ist diese weltweite Initiative eine Chance für den örtlichen Handel und auch für die direktvermarktenden Landwirte. Dies wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen,“ so Gisela Stang, Bürgermeisterin von Hofheim und Sprecherin der Rhein.Main.Fair-Initiative.

Landrat Kilian begrüßt die Entscheidung, die Metropolregion Frankfurt/RheinMain zu einer fairen Metropole zu machen. Die zahlreichen Initiativen vor Ort könnten dadurch mehr Unterstützung erfahren, gemeinsame Kampagnen entlasten die Ehrenamtlichen und erreichen mehr Menschen.

„Schon heute leben über 2 Millionen Menschen in der Region, die sich über Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern erstreckt, in sogenannten FairTradeTowns. Eine starke Stimme für eine gerechte Globalisierung,“ so Hans Homberg.

Rhein.Main.Fair kommt dem Ziel der fairen Metropolregion immer näher

Pressemitteilung von Rhein.Main.Fair: Rhein.Main.Fair kommt dem Ziel der fairen Metropolregion immer näher. Die Landkreise Offenbach und Main-Taunus machen sich auf den Weg zum Fairtrade-Kreis

Die Landkreise Offenbach und Main-Taunus machen sich auf den Weg zum Fairtrade-Kreis

Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, 31.03.2017 – Mit den Beschlüssen der Kreise Offenbach und Main-Taunus, wurde erneut ein wichtiges Zeichen innerhalb der Metropolregion hin zum Fairen Handel gesetzt. Für Landrat Oliver Quiling liegen die Vorteile der Kampagne Fairtrade Towns auf der Hand: „Sie setzt einerseits ein Zeichen für ein nachhaltiges Wirtschaften und den fairen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Wir zeigen mit unseren Bemühungen zum fairen Handel aber auch einmal mehr, dass Internationalität und Weltoffenheit im Kreis Offenbach groß geschrieben werden.“

Auch Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus Kreises hebt hervor: „Wir haben uns vor einer Weile auf den Weg zum Fairtrade-Kreis gemacht – damit Zucker und Kaffee auch bei uns keinen bitteren Nachgeschmack haben. Wir gehen davon aus, dass wir die Kriterien bis Ende des Jahres erfüllen.“ „Rhein.Main.Fair kommt dem Ziel der fairen Metropolregion immer näher“ weiterlesen

Agenda 2030 – globale nachhaltige Entwicklung und Innovation in Hessen

Parlamentarischen Abend mit 80 Bürgerinnen und Bürger mit 20 Mitgliedern des Hessischen Landtages
Auf dem Podium (v.l.): Dr. Christian Hey, Tarek Al-Wazir, Tobias Schwab (Moderation), Kathrin Walz, Dr. Jürgen Dieter. Foto: Vincent da Silva

Welchen Beitrag Hessen zu einer global nachhaltigen Entwicklung leisten kann, diskutierten am 25. Januar 2017 etwa 80 Bürgerinnen und Bürger mit 20 Mitgliedern des Hessischen Landtages. Zu dem Parlamentarischen Abend hatten das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen, Engagement Global und der Hessische Städtetag eingeladen. „Agenda 2030 – globale nachhaltige Entwicklung und Innovation in Hessen“ weiterlesen